Dienstag, 8. März 2016

Cinque Terre - bella Italia

Ich liebe Italien und liebe diese Region, die nur 12 Kilometer lang ist, aber wunder-, wunderschön! Sie gilt als eine der schönsten Gegenden der Welt!!! Auf den 12 Kilometern sind fünf Dörfer auf fünf Bergen (und ich meine wirklich auf den Bergen!) - eben fünf Landschaften (cinque terre).

Der berühmteste Ort ist Manarola, den ihr auf den Fotos der meisten Reiseführer über die Gegend sehen könnt. Warum?



Darum! ;-)

Ok, ihr müsst einiges an Höhenmetern zurück legen, aber es ist die Mühe wert. Und so, oder so ähnlich sehen alle fünf Orte in der Cinque Terre aus.



Da es in der Cinque Terre sehr hügelig ist und alles irgendwie am Hang liegt, gibt es dort direkt keinen Campingplatz. Wir haben aber in Levanto, das ist ein hübscher Ort im Norden und nicht weit entfernt einen wunderschönen Campingplatz gefunden: Aqua Dolce. Ein Terrassen-Campingplatz mit wirklich großen Stellplätzen, sauberen Sanitäranlagen und inmitten einer Olivenplantage.

Der absolute Vorteil des Campingplatzes ist, dass er inmitten den Ortes und doch ruhig gelegen ist. Zu Fuß ist man in zehn Minuten am Strand.


Auch wenn in allen Reiseführern steht, dass im September noch Hochsaison ist, so ist dieses Bild Mitte September entstanden - gegen Abend. Kaum eine Menschenseele am Strand.

Dies war unser erster Abend - wie ich finde, eine nette Begrüßung, oder?






Im Ort selbst Italien pur - in Form des herrlich knatternden Piaggio Ape. Warum werden diese praktischen Autos bei uns eigentlich so selten genutzt?

Hier stehen die Autos am Marktplatz, auf dem in der Hochsaison viele Feste stattfinden. Von dort aus gelangt man direkt in die verwinkelten Gassen der Altstadt mit den interessanten Geschäften und Bars.....



.... in denen man herrlich genießen konnte.

Wohlgemerkt, wir haben hier lediglich ein Glas Wein bestellt. ALLES andere war ein Geschenk des Hauses, ein Aperitivo! Wir dachten zuerst, wenn wir davon naschen, wird es uns bestimmt in Rechnung gestellt. Schließlich waren nicht nur diverse Nüsse, Oliven, Chips, sondern auch die leckerste und frischeste Pizza dabei. Aber nein, es war wirklich in ALLEN Bars so, dass man zu einem Glas Wein oder Glas Bier diverse Leckerein dazu bekommen hat. Die Touristen waren daran zu erkennen, dass sie den Snack verputzt haben, die Einheimischen haben sich zurück gehalten. :-)))

Diese Form der Gastfreundschaft wünsche ich mir in Deutschland! :-)


Diese hübsche Kirche steht ebenfalls in Levanto. Es ist die Sant Andrea, eine Wallfahrtskirche und das Wahrzeichen der Stadt. Die schwarz-weißen Streifen sind typisch in der Gegend. Über dem Eingangsportal seht ihr die riesige Rosette.







Und hier habt ihr einen Blick auf den Strand von Levanto mit seiner Anlegestelle der Ausflugsboote, mit denen man herrliche Ausflüge in die Cinque Terre unternehmen kann.


Und da wir nicht jeden Tag in einer der zahlreichen Bars und Restaurants schlemmen wollten, sondern gerne auf dem Wochenmarkt oder den Supermärkten eingekauft haben, haben wir

uns auch schon mal selbst versorgt.

Mit der Brille auf der Nase, damit die Finger heile bleiben und einem lecker Bierchen geht das Kochen noch viel besser von der Hand.... ;-)









Die Cinque Terre ist eine wunderschöne Wanderlandschaft und eigentlich hatten wir auch vor, jeden Tag zu wandern. Ich hatte nur direkt am Anfang zwei linke Füße und bin im Meer so blöd umgeknickt, dass Wandern für uns gestrichen war.

Aber eine Wanderung haben wir am ersten Tag doch geschafft und sind von Levanto über die Berge - mit herrlichem Blick auf eines der Hügel-Dörfer - Richtung Monterosso.

Es geht dort ganz schön auf und ab, aber dafür wird man mit gigantischen Aussichten belohnt.

Gutes Schuhwerk und ausreichend zu Trinken (und zu Essen) sind empfehlenswert.



Bei einer Tour bis runter nach Portovenere  mit dem Auto sind wir nicht über die Autobahn gefahren (was wesentlich schneller und einfacher ist), sondern über die Küstenstraße, die teilweise sehr eng und kurvig ist. Da braucht es dann sehr viel länger. Aber es hat sich gelohnt, da wir so die gesamte Cinque Terre sehen konnten.

Wir konnten teilweise noch die Verwüstungen sehen, die das Unwetter im Oktober 2011 dort angerichtet hatte, bei dem riesige Schlammlawinen die Täler runterkamen. An einigen Stellen sind die Straßen immer noch unpassierbar. Der berühmte Küstenwanderweg der Cinque Terre ist dadurch bei Manorolo auch noch gesperrt.


Hier in Portovenere habe ich einen Freund gefunden! ;-)

Er steht in der wunderschönen Altstadt von Portovenere mit Blick auf den Hafen.

Wir beide mochten uns auf Anhieb....

Dort ist auch der kleinste Stadtstrand und es heißt, dass dort die Venus aus den Schaumkronen entstiegen ist.....







.... das haben wir mal direkt nachgestellt....

ok, die Schaumkronen fehlen....



Übrigens könnt ihr auch wunderbar in der Cinque Terre mit der Küstenbahn reisen. Mit der Cinque-Terre-Card könnt ihr für nur 12 Euro pro Person und Tag nicht nur die Bahn nutzen und zwischen den fünf Städten so oft hin und her reisen, wie ihr mögt, sondern auch den sonst kostenpflichtige Küsten-Wanderweg (3 €/Person/Tag) nutzen.

Wir hatten unsere Räder mitgenommen  (es gibt aber auch dort viele Fahrradvermietungen) und sind von Levanto die ehemalige Bahntrasse Richtung Framura geradelt mit herrlichen Ausblicken.

Die Strecke ist 6,2 km lang und man fährt immer wieder durch lange und sehr kalte Tunnel. Diese haben oft kleine Balkone, von denen man einen gigantischen Blick aufs Meer hat. Auf dem Weg findet ihr auch mehrere "wilde" Strände oder Felsen, von denen man aus ins Wasser kann (nicht ganz ungefährlich, wenn die Wellen hoch sind).

Alles in allem hatten wir, trotz eingeschränkter Bewegungsmöglichkeiten, einen tollen Urlaub in einer der berühmtesten Gegenden Italiens - in der Cinque Terre. Was ich am beeindruckendsten fand?


Diese bunten Häuser, teilweise in die Berge reingebaut! Da haben Menschen in einer rauen Umgebung ihren Wohn- und Lebensraum geschaffen. Durch die nahezu Unerreichbarkeit der Gegend hat der Tourismus auch erst relativ spät dort Einzug gehalten. Und dank mangelndem Platz werden dort wohl auch nie Bettenburgen entstehen.



Reise-Infos kompakt:

Anreise: mit dem eigenen Auto (Autobahnen sind mautpflichtig)
Unterkunft: Camping-Platz Aqua Dolce, Levanto; ab 7 Euro/Person/Tag plus Kosten für Auto und Strom extra
Cinque-Terre-Card: Tageskarte 7,50 Euro; in Kombination mit dem Zug 12 Euro/Person/Tag
Küstenwanderweg: Via dell´Amore (jawohl, richtig gelesen: Liebesweg, da sich früher dort auf dem Weg die Verliebten der Dörfer getroffen haben), der die fünf Dörfer miteinander verbindet, 11 km lang; man kann aber auch nur Teilstücke wandern; 3 Euro/Person/Tag
Wochenmarkt: Mittwochs, es gibt aber immer wieder kleinere Märkte mit frischen Waren täglich, außer Sonntags auf der Piazza Cavour.
Einkaufen: frische Nudeln gibt es in verschiedenen Läden, Supermärkte sind vor Ort und kleine Bäckereien (sehr lecker!) und Metzgereien mit einem riesigen Angebot
Shopping: Italien, was soll ich sagen?!!!! Es gibt überall tolle Sachen und es ist für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas da. Natürlich sind in der Cinque Terre die großen Geschäfte Mangelware. Aber genau das macht den Reiz. Kleine, überschaubare Lädchen mit einem außergewöhnlichen Angebot. 
Lieblings-Restaurant für Fischgerichte: Totano Blu;  nicht ganz preiswert, aber unglaublich lecker; wir empfehlen, einen Tisch zu reservieren.
die beste Pizza ever: direkt im Restaurant auf dem Campingplatz; preisgünstig und sehr, sehr lecker!




Ciao bella Italia, es war schön und unvergesslich!

Eure

Miss Petticoat

Kommentare:

  1. Danke für diesen schönen Reisebericht. Das sieht nach Dolce Vita aus. auf jeden Fall wäre ich jetzt gern in der Sonne und da, wo es warm ist.

    Liebe Grüße Sabine

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  2. Danke, Sabine! Ja, hier scheint zwar momentan die Sonne, aber die Temperaturen stimmen noch nicht ganz.

    Liebe Grüße,

    Kristina

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