Dienstag, 23. Februar 2016

Wie wir dank Etikette unser Leben verschönern und erleichtern

Laut Wikipedia ist die Etikette, auch Benimmregeln genannt, ein Verhaltensregelwerk, welches sich auf zeitgenössische traditionelle Normen beruft und das die Erwartungen an das Sozialverhalten innerhalb gewisser sozialer Kreise beschreibt.

Da stellen sich mir doch einige Fragen:

  1. Was ist denn derzeit aktuell in Bezug auf die Etikette?
  2.  Und was ist aktuell und hat trotzdem Tradition?
  3.  Was ist denn heute bitte noch Norm?
  4. Was bedeutet "gewisse Kreise"?

Ich saß vor einiger Zeit in Hamburg und las ein Interview über den dort ansässigen Edel-Gastronom Holger Urmersbach. Er gibt gerne Tipps zum Benehmen an seine Gäste weiter.
Allerdings sei gesagt, dass dort hauptsächlich Großkonzerne speisen, die ihre angehenden Manager dahingehend prüfen, ob sie auf dem Geschäfts-Parkett weltweit nicht ins Schlittern geraten.

Auch ich stoße bei meinen Recherchen zum Thema immer wieder an Grenzen, da sich die meisten Benimm-Regeln auf den beruflichen Bereich beziehen, um Kariere zu machen. Was ist denn mit unserem privaten Bereich?

Ganz ehrlich, wenn ich mich so in den sozialen Medien und im realen Leben umsehe, dann frage ich mich, ob Etikette als Ausnahmezustand gesehen wird.Wird der gute Ton nach Feierabend abgestreift?

Da wird gepöbelt, gemeckert, die einfachsten Manieren sind vergessen, ein "Danke" und "Bitte" selten. Es wird über Menschen geurteilt, die man gar nicht kennt. Mobbing ist ein Modewort, dass leider imme mehr Bedeutung bekommt...

Zurück zu meiner ersten Frage: Dürfen wir heute alles? Gibt es keine Grenzen mehr? Es gibt Benimm-Kurse, gute sogar. Aber nur der, der sich interessiert, wird sie finden. Welche Anstands-Regeln gibt es heute noch in Familien? Ich würde mir wünschen, dass Etikette zum Schulfach wird.

Denn es wird nie aus der Mode kommen, freundlich, höflich, respektvoll, ehrlich und anständig zu sein. Es erleichtert unseren Umgang miteinander ungemein, wenn wir wissen, was geht und was nicht! Wir selbst wollen doch auch gut behandelt werden.

Es gab in den 50-igern einige Benimm-Bücher, deren Regeln heute noch Gültigkeit haben (sollten). Da wären wir bei der Tradition! Der Hinweis von damals, dass ein Mann seinen Hut zum Gruß vom Kopf nehmen soll ist heute nicht mehr aktuell. Aber auch nur, weil Männer kaum noch Hut tragen (das kommt wieder - bin gespannt, wie dann gegrüßt wird....).

Dafür ist die Regel, dass ein Mann aufsteht, wenn die Frau den gemeinsamen Tisch verlässt und  wieder kommt immer noch up to date. Darauf weist auch Herr Urmersbach hin. Aber wer macht das noch? Ich habe das meinem Freund erzählt und seit dem steht er auf. Was soll ich euch sagen? Das ist ein tolles Gefühl. Ich fühle mich gleich mehr wahrgenommen..... beachtet. Testet es mal!

Und, ja, es gibt Normen! Ich kann zum Beispiel nicht in die überfüllte Bäckerei gehen, mich vordrängeln und erwarten, dass das respektiert wird. Ebenso wenig kann ich erwarten, wenn ich nicht freundlich und höflich zu anderen Menschen bin, dass mir dieses Verhalten zuteil wird.

Die "gewissen Kreise" bedeuten einfach, dass es hier in Deutschland andere Höflichkeitsformeln gibt als zum Beispiel in China. Das ist auch in Holger Urmersbach Restaurant von Wichtigkeit, da dort die Unternehmen sind, die später mit den unterschiedlichsten Kulturen konfrontiert werden.

Alles in allem ist mir beim Lesen des Interviews wieder mal klar geworden, dass Etikette heute wie auch schon früher wichtig ist für ein harmonisches Miteinander - egal, ob im beruflichen oder privaten Umfeld. Wir alle wollen mit Respekt und Anstand behandelt werden. Doch zuerst darf ich dies selbst leben. Denn wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es hinaus....

In diesem Sinne -

eure Miss Petticoat



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen